Überblick
IGF-1 DES (DES(1-3)IGF-1) ist eine verkürzte Variante des Insulin-like Growth Factor 1, bei der die ersten drei Aminosäuren am N-Terminus fehlen. Diese Modifikation verändert die Bindungseigenschaften gegenüber Bindungsproteinen und macht IGF-1 DES zu einem interessanten Werkzeug in der Wachstums- und Gewebeforschung. Als Forschungssubstanz ist es nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen und ausschließlich für Laborzwecke (Research Use Only) bestimmt.
Wirkmechanismus
IGF-1 DES bindet an den IGF-1-Rezeptor (IGF-1R) und aktiviert präklinisch die PI3K/Akt- und MAPK-Signalwege, die mit Zellwachstum, Proliferation und Proteinsynthese assoziiert sind. Durch das Fehlen der ersten drei Aminosäuren zeigt es in Zellmodellen eine deutlich reduzierte Affinität zu IGF-Bindungsproteinen (IGFBPs), wodurch mehr freies Peptid am Rezeptor verfügbar bleibt. Dies führt in experimentellen Settings zu einer lokal stärkeren, aber kürzeren Wirkung als natives IGF-1. Verwandt sind Fragestellungen zur GH/IGF-Achse, wie sie auch bei MGF und der Variante IGF-1 LR3 untersucht werden.
Forschungsgebiete
Präklinisch wird IGF-1 DES in Modellen zu Muskel- und Gewebewachstum, zellulärer Proliferation sowie im Kontext Wachstumshormon und Recovery eingesetzt. Weitere Arbeiten betreffen Fragestellungen der Gewebe- und Verletzungsregeneration in Zellkultur. Als vergleichende Referenz dienen andere Recovery-orientierte Peptide wie Ipamorelin für die Forschung.
Studien & Literatur
Die Datenlage zu IGF-1 DES stammt überwiegend aus In-vitro- und Tiermodellen, in denen die veränderte Bindungskinetik und die lokale Wachstumswirkung charakterisiert wurden. Kontrollierte klinische Studien am Menschen liegen nicht vor. Die Ergebnisse sind auf den experimentellen Kontext begrenzt und erlauben keine therapeutischen Rückschlüsse. IGF-1 DES bleibt eine Forschungssubstanz.
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